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Aktuelles
04.07.2018 -

Jeder Mensch ist ein Geheimnis!

Viktor Frankl, Begründer der Logotherapie und Existenzanalyse, teilte die Menschen nach seinen KZ-Erfahrungen in zwei Kategorien: Die Anständigen und die Unanständigen. Wie hilfreich solche Wirklichkeitskonstruktionen sein mögen, die auf einer subjektiven Erfahrung basieren, muss jeder für sich entscheiden. Der Kontext, aus dem diese Bewertung kommt,  spielt hier eine entscheidende Rolle und trägt zum Verständnis solcher typologischen Bestimmungen bei.

Menschen einzuordnen und mit einem Etikett zu versehen, hat eine lange Historie. Schon die alten Griechen unterschieden vier Menschentypen in ihrer Temperamentenlehre.  Die Wiederentdeckung älterer Persönlichkeitsmodelle sowie die Erfindung neuerer Typologisierungsversuche führte in den letzten Jahrzehnten zu einer großen Vielfalt an Typologisierungsmodellen.

Allen gemeinsam ist der Versuch, Menschen besser zu verstehen und einordnen zu können. Auch Quest-Team nutzt die Typologisierungsinstrumente MBTI® (Myers-Briggs Type Indicator®) und das Enneagramm als Bewusstmachungshilfe. Neben dem Unterstützungs- und Sensibilisierungscharakter ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass jeder Mensch aus Potentialentwicklungsperspektive viel mehr ist, als das  komplexeste Typologisierungsinstrumentarium zu beschreiben vermag. Diese Haltung beugt der Gefahr vor, Menschen aufgrund von  Vor-Urteil-en und vorschnellen Be-Wert-ungen, die immer einen hohen subjektiven Anteil haben, zu schnell in „Schubladen“ abzulegen und alles Verhalten mit dieser „Brille“ zu bewerten. 

In der „Wirklichkeit“ existieren keine roten, grünen, blauen oder gelben Typen, sondern nur Menschen, die in bestimmten Kontexten/Situationen bestimmte Verhaltensweisen an den Tag legen, die auch ein Muster aufzeigen können. Etikettierungen bleiben immer an der Oberfläche und beschreiben lediglich die Spitze des Eisberges und nie den Menschen als Ganzes, schon gar nicht sein wahres Wesen.

Aus Sicht des Potentialentwicklers ist jeder Mensch einmalig, einzigartig und damit unersetzbar und in seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten unbegrenzt - eben ein Geheimnis. Vor dem Hintergrund dieser Reflexionen hat das Menschenbild des Potentialentwicklers den Vorteil, dass man jedem Menschen in jeder Situation wieder neu begegnet und offen ist für weitere und tiefere Erfahrungen mit diesem Menschen. 

Eine kleine Anregung zum Schluss: Prüfen Sie doch zukünftig Ihre Haltung und Ein-Stellung in der Begegnung mit Menschen mit der „Brille“ des Potentialentwicklers/der Potentialentwicklerin.

Wir freuen uns auf einen Austausch mit Ihnen. Ihr Quest-Team

„Nicht die Dinge an sich sind es,
 die mich beunruhigen, sondern meine Einstellung zu den Dingen.“

 Epiktet, griech. Philosoph


Philipp Jung, Potentialentwickler